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Von der Angst übersehen zu werden

In Deutschland gibt es zunehmend mehr Armut, von der immer öfter Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und ihre Familien betroffen sind - auch in unseren Regionen! Im Gegensatz zu der omnipräsenten Sehnsucht gesehen zu beachtet zu werden, steht hier die Angst im Alltag übersehen zu werden im Vordergrund. Geschichten von Armut und Hartz IV teilt man nicht in den Sozialen Netzwerken.

Die Katholische Jugendagentur Bonn gGmbH zeigt zusammen mit der Pfarrgemeinde in Meckenheim und der Gemeindecaritas vor Ort in den nächsten zwei Wochen die Mitmachausstellung "Armut" in St. Johannes der Täufer in Meckenheim. Gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung setzen sie ein Zeichen der Menschlichkeit.  

Die Zusammenarbeit mit der Künstlerin Jana Merkens schafft nun die Möglichkeit, sich dem Thema mit anderen Sinnen anzunähern und anschließend an verschiedenen Mitmach-Stationen ins Gespräch zu kommen. Hier setzt die Erlebnisausstellung an: In der Verbindung aus Kunst und Pädagogik will sie nicht einfach nur über das Thema Armut informieren, sondern die damit verbundenen Probleme besonders für Kinder und Jugendliche in Mitmachstationen erlebbar machen.

Den sechs lebensechten Figuren unter dem Titel "Obdachlos" begegnen die Besucherinnen und Besucher direkt nach dem Betreten der Kirche. Die Skulpturen lassen sie die unterschiedlichen Probleme der Obdachlosigkeit spüren: Die Alkohol- und Drogensucht, die Schutzlosigkeit bei Kälte und Schnee, die verzweifelte Suche nach etwas Nahrung. Die Geschichten hintern den Plastiken zeigen die traurige Wahrheit, die sich auf Deutschlands Straßen abspielt; auch wenn das auf den ersten Blick nicht überall offenbar wird.

"Die Gesichter von Hartz IV" – dargestellt in drei Puppenstuben, die im Altarraum platziert wurden – ziehen durch ihre detailreiche Gestaltung eine besondere Aufmerksamkeit auf sich. In jedem Winkel gibt es etwas Neues zu entdecken. Ein Wohnzimmer zeigt dabei den Alltag einer Klischee-Hartz-IV-Familie, wie er uns unter anderem durch die Medien vermittelt und durch zahlreiche Vorurteile gezeichnet wird. Demgegenüber stehen die Geschichten von Flaschensammler Werner und von Susanne, deren Wohnung geräumt wurde. Zwei reale Fälle, die die tatsächlichen Schattenseiten von einem Leben in Armut veranschaulichen.

Auch wenn die Besucherinnen und Besucher dazu aufgefordert werden, die ausgestellten Figuren und Wohnzimmer nicht anzufassen, so gilt dies ausdrücklich nicht für die Geschichten dahinter. Die Künstlerin Jana Merkens will berühren und auf diesem Weg gemeinsam mit der KJA für das Thema Armut sensibilisieren.

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